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EMD SD40
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SD40 ist die Herstellerbezeichnung fĂŒr eine Reihe dieselelektrischer GĂŒterzuglokomotiven, die von 1966 bis 1972 als Teil der SD-Serie bei General Motors Electro-Motive Division (EMD) in McCook (Illinois) und bei General Motors Diesel (GMD) in London (Ontario) in 1268 Exemplaren gebaut wurde. 1972 erschien die Reihe SD40-2 als Nachfolgemodell der SD40.

Contents

‱ Geschichte
‱ Weblinks

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Geschichte

Mit der EinfĂŒhrung der neuen Motorenreihe 645 des Herstellers General Motors Electro-Motive Division (EMD) zur Ablösung der bisher verwendeten Reihe 567 war die Entwicklung neuer Typen von Diesellokomotiven verbunden.cite-ref-dieselshop-b-4-1[4] Im Juli 1964 baute EMD auf der Basis der Lokomotivreihe SD35 den ersten Prototyp der Reihe SD40 mit der Nummer 434, auch als SD40X bekannt.cite-ref-americanrails-2-1[2] Weitere 8 Vorserienfahrzeuge der Reihe SD40X mit den Nummern 434A bis 434H folgten im Februar und April 1965, bevor 1966 die Serienproduktion begann.cite-ref-americanrails-2-2[2] Parallel zur SD40 entstanden die ebenfalls sechsachsigen GĂŒterzuglokomotiven der Reihen SD38, SD39 und SD45. Neben dem neuen Dieselmotor des Typs 645, mit dem im Vergleich zum VorgĂ€ngermodell 567 die Leistung gesteigert und die FehleranfĂ€lligkeit gesenkt werden konnten, besaßen SD40 und SD45 neue elektrische AusrĂŒstung, beispielsweise einen Wechselstrom-Hauptgenerator und moderne Steuerungstechnik.cite-ref-dieselshop-b-4-2[4]

Zwischen Januar 1966 und August 1972 wurden insgesamt 1268 Lokomotiven der Reihe SD40 hergestellt.cite-ref-americanrails-2-3[2]cite-ref-sarberenyi-5-0[5] WĂ€hrend EMD in McCook (Illinois) 856 Fahrzeuge fĂŒr Bahngesellschaften in den Vereinigten Staaten produzierte, baute General Motors Diesel (GMD) in London (Ontario) 330 Lokomotiven fĂŒr Unternehmen in Kanada.cite-ref-sarberenyi-5-1[5] Beide Werke lieferten außerdem 72 Fahrzeuge an die Ferrocarriles Nacionales de MĂ©xico (NdeM) nach Mexiko, 6 nach Guinea und 4 fĂŒr 1600 mm Spurweite ausgelegte Maschinen der Reihe SD40M an die Rede FerroviĂĄria Federal Sociedade AnĂŽnima (RFFSA) nach Brasilien.cite-ref-americanrails-2-4[2]cite-ref-sarberenyi-5-2[5]

Des Weiteren entstanden von 1966 bis 1970 20 Fahrzeuge der Reihe SDP40 mit Dampfheizkessel und 153 km/h Höchstgeschwindigkeit fĂŒr die Great Northern Railway (GN) und die NdeM sowie in den Jahren 1969 und 1970 18 Lokomotiven der Reihe SD40A mit lĂ€ngerem Rahmen und grĂ¶ĂŸerem Kraftstofftank fĂŒr die Illinois Central Railroad (IC).cite-ref-americanrails-2-5[2]cite-ref-sarberenyi-5-3[5]

Die bedeutendsten KĂ€ufer der StandardausfĂŒhrung der SD40 waren die Canadian National Railway (CN) mit 241, die Union Pacific Railroad (UP) mit 115, die Missouri Pacific Railroad (MP) mit 90 und die Southern Pacific Company (SP) mit 89 Maschinen.cite-ref-americanrails-2-6[2]cite-ref-sarberenyi-5-4[5] Die Hauptaufgabe der Lokomotiven war neben dem Rangieren der Einsatz vor schweren GĂŒterzĂŒgen, weshalb sie mit einer Mehrfachtraktionssteuerung und optional mit einer Widerstandsbremse ausgerĂŒstet waren.

1972 stellte EMD die Produktion auf die Dash-2-Serie um, womit die neue Reihe SD40-2 als Nachfolgemodell der SD40 auf den Markt kam. Zu den wichtigsten Änderungen zĂ€hlten neue Drehgestelle, lĂ€ngere Rahmen und eine modular aufgebaute elektrische Steuerung.cite-ref-americanrails-2-7[2] Da sich die elektrische AusrĂŒstung der SD40-2 bewĂ€hrte, wurden in den Folgejahren zahlreiche Lokomotiven der Reihe SD40 umgerĂŒstet. SpĂ€ter wurden Fahrzeuge der Reihen SD40 und SD40-2 mit einer computergestĂŒtzten Fahrzeugsteuerung ausgestattet und deshalb als SD40-3 klassifiziert.

In den Jahren 1980 und 1981 modernisierte Southern Pacific Transportation (SP) in den bahneigenen WerkstĂ€tten in Sacramento (Kalifornien) 86 Maschinen, die daraufhin die Bezeichnung SD40R erhielten.cite-ref-percy-6-0[6] Ab 1993 ließ SP bei Morrison-Knudsen insgesamt 133 Fahrzeuge der Reihen SD40, SD45 und SDP 45, davon 30 SD40, zur Reihe SD40M-2 umbauen.cite-ref-7[7] FĂŒr Montana Rail Link (MRL) entstand das Modell SD40-2XR aus 15 SD40 und einer SDP40 durch die UmrĂŒstung auf Dash-2-Technik. FĂŒr eine Lokomotive der Reihe SD50 der Norfolk Southern Railway (NS) wurde nach einer Senkung der Motorleistung die Typenbezeichnung SD40E vergeben.

Seit den 1980er Jahren wurden die Lokomotiven der Reihe SD40 zunehmend durch neuere Lokomotivtypen verdrÀngt. Ende der 1990er Jahre war die Ausmusterung weitgehend abgeschlossen. Einige Fahrzeuge wurden vor der Verschrottung bewahrt und blieben museal erhalten, darunter der erstgebaute Prototyp im Monticello Railway Museum in Monticello (Illinois).

Technische Beschreibung

Der geschweißte Hauptrahmen, der mit den Rahmen von SD38, SD39 und SD45 nahezu identisch ist, stĂŒtzt sich ĂŒber zwei H-förmige Wiegen auf die beiden dreiachsigen Gussrahmendrehgestelle mit symmetrischem Achsstand, welche Schraubenfedern als PrimĂ€r- und SekundĂ€rfederung besitzen.cite-ref-emd-1-1[1] Die Verbindung zwischen Hauptrahmen und Wiegen wird durch Drehpfannen hergestellt. Den Abschluss des Lokomotivrahmens bildet an den Enden jeweils eine Stirnplatte, die einen einfachen BahnrĂ€umer oder einen Schneepflug trĂ€gt. Die Reibungsmasse entspricht der Dienstmasse der Lokomotive und liegt je nach Ausstattung des Fahrzeugs zwischen 163,3 t und 178,3 t.cite-ref-emd-1-2[1] Die mittlere Achslast betrĂ€gt damit 27,2 t bis 29,7 t. Der Hauptrahmen trĂ€gt den Vorbau, den FĂŒhrerstand und die Aufbauten des Maschinenraums, wobei der Vorbau und der ĂŒber TĂŒren zugĂ€ngliche Maschinenraum zwischen seitlichen UmlĂ€ufen angeordnet und daher schmaler als der FĂŒhrerstand sind. Der Umlauf auf der linken Seite des Fahrzeugs fĂŒhrt ĂŒber die LuftkanĂ€le zur KĂŒhlung der Fahrmotoren und liegt deshalb etwas höher als der rechte Umlauf. Der Vorbau beinhaltet einen Sandkasten fĂŒr die pneumatisch betriebene Sandstreueinrichtung, die zusammen mit einem zweiten BehĂ€lter fĂŒr das hintere Drehgestell ĂŒber einen Sandvorrat von 1,59 mÂł verfĂŒgt.cite-ref-emd-1-3[1]cite-ref-dieselshop-a-3-1[3] 45 Lokomotiven fĂŒr die Norfolk and Western Railway (N&W) sowie 31 Maschinen fĂŒr die Southern Railway (SOU) besaßen anstelle des niedrigen Vorbaus einen höheren Aufbau vor dem FĂŒhrerstand.cite-ref-sarberenyi-5-5[5] An beiden Enden des Fahrzeugs ist eine durch GelĂ€nder geschĂŒtzte Rangierplattform sowie eine ÜbergangsbrĂŒcke fĂŒr den Einsatz in Mehrfachtraktion vorhanden.cite-ref-emd-1-4[1]

Unterhalb des FĂŒhrerstandes sind die Starterbatterien des Dieselmotors mit einer Nennspannung von 64 V und einer KapazitĂ€t von 420 Ah angeordnet.cite-ref-emd-1-5[1] Hinter dem FĂŒhrerstand befindet sich der elektrische Schaltschrank fĂŒr das vordere Drehgestell, gefolgt von einer Einrichtung zur Frischluftversorgung des Maschinenraums mit seitlichen EinlĂ€ssen unter dem Dach.cite-ref-emd-1-6[1] Die von einem LĂŒfter angesaugte Umgebungsluft wird dabei mithilfe eines TrĂ€gheitsabscheiders weitgehend von Staub befreit und anschließend in den Maschinenraum geleitet, um fĂŒr den FahrmotorlĂŒfter, den HauptgeneratorlĂŒfter und die Ölbadluftfilter des Dieselmotors gereinigte Luft bereitzustellen.cite-ref-emd-1-7[1] In der Mitte des Fahrzeugs ist die Antriebsanlage, bestehend aus Dieselmotor und Hauptgenerator, angeordnet, wobei sich der Hauptgenerator zusammen mit einem Hilfsgenerator vor dem Motor befindet. Die Lokomotiven besitzen einen Dieselmotor des Typs EMD 16-645E3.cite-ref-dieselshop-a-3-2[3] Dieser ist ein wassergekĂŒhlter Sechzehnzylinder-V-Motor mit Abgasturbolader, arbeitet nach dem Zweitaktprinzip und erreicht bei einer Drehzahl von 900 min−1 eine Leistung von 2240 kW.cite-ref-dieselshop-a-3-3[3] Bei niedrigen Motordrehzahlen ist der Turbolader ĂŒber ein mechanisches Getriebe mit dem Dieselmotor verbunden und wird bei höherer Drehzahl, wenn der Abgasdruck ausreicht, durch eine Fliehkraftkupplung getrennt. Die Zylinder weisen einen Innendurchmesser von 230 mm und einen Kolbenhub von 254 mm auf. Daraus ergibt sich ein Hubraum von 10,6 l pro Zylinder und 169,1 l des gesamten Motors. Es sind rund 920 l Schmieröl und 1120 l KĂŒhlwasser vorhanden.cite-ref-emd-1-8[1] Mit einem achtstufigen Fahrschalter reguliert der LokomotivfĂŒhrer die Motordrehzahl und somit die Antriebsleistung. Der vom Dieselmotor angetriebene Wechselstrom-Hauptgenerator des Typs EMD AR10 versorgt ĂŒber vorgeschaltete Gleichrichter die sechs fremdbelĂŒfteten Tatzlager-Gleichstromfahrmotoren vom Typ EMD D77.cite-ref-emd-1-9[1]cite-ref-dieselshop-a-3-4[3] Ein kleinerer Wechselstromgenerator des Modells D14, der mit dem Hauptgenerator eine Einheit bildet, erzeugt die Erregerspannung des Hauptgenerators und liefert den Strom fĂŒr die KĂŒhlerlĂŒfter des Dieselmotors sowie die Frischluftversorgung des Maschinenraums.cite-ref-emd-1-10[1]cite-ref-americanrails-2-8[2] Der Gleichstrom-Hilfsgenerator Delco A8102 versorgt das Bordnetz fĂŒr elektrische Steuerungen, Pumpenantriebe, Beleuchtung und das Laden der Starterbatterien.cite-ref-emd-1-11[1]cite-ref-dieselshop-a-3-5[3] Den hinteren Abschluss des Maschinenraums bildet die KĂŒhlanlage des Dieselmotors. Über den WĂ€rmetauschern befinden sich drei von Wechselstrommotoren angetriebene KĂŒhlerlĂŒfter, welche die KĂŒhlluft durch seitliche EinlĂ€sse ansaugen und nach oben ausstoßen. Nach demselben Prinzip arbeiten die beiden LĂŒfter zur KĂŒhlung der, wenn vorhanden, ĂŒber dem Dieselmotor angeordneten BremswiderstĂ€nde. Unterhalb der KĂŒhlanlage des Motors sind AusgleichsbehĂ€lter, Filter und Pumpen fĂŒr Schmieröl, Dieselkraftstoff und KĂŒhlwasser sowie ein vom Dieselmotor angetriebener Kolbenluftpresser des Typs Gardner Denver WBO zur BefĂŒllung der HauptluftbehĂ€lter ebenso wie der elektrische Schaltschrank fĂŒr das hintere Drehgestell untergebracht.cite-ref-emd-1-12[1]cite-ref-dieselshop-a-3-6[3] Die beiden HauptluftbehĂ€lter des Druckluftsystems mit einem gemeinsamen Volumen von 800 l sind beidseits lĂ€ngs am Lokomotivrahmen angebracht.cite-ref-emd-1-13[1] Zwischen den Drehgestellen befindet sich der Kraftstofftank mit einem Fassungsvermögen von 12 100 l, optional 15 100 l.cite-ref-emd-1-14[1]

Eine indirekt wirkende Druckluftbremse dient als Zugbremse, eine direkt wirkende Druckluft-Zusatzbremse als Lokomotivbremse und eine Handbremse zur Sicherung im Stand. Die pneumatische BremsausrĂŒstung der Bauart 26L stammt von Westinghouse.cite-ref-emd-1-15[1]cite-ref-dieselshop-a-3-7[3] Die mechanische Einrichtung ist als Klotzbremse mit zwei Bremsklötzen pro Radsatz ausgefĂŒhrt.cite-ref-emd-1-16[1] Die Handbremse wirkt je nach AusfĂŒhrung auf zwei RadsĂ€tze des vorderen oder des hinteren Drehgestells.cite-ref-emd-1-17[1] Optional ist außerdem eine Widerstandsbremse vorhanden.cite-ref-emd-1-18[1] StandardmĂ€ĂŸig verfĂŒgen die Fahrzeuge ĂŒber eine Mehrfachtraktionssteuerung, fĂŒr die viele Lokomotiven bei spĂ€teren Modernisierungen mit fest installierten Steuerkabeln an den Fahrzeugenden ausgerĂŒstet wurden, so beispielsweise die Maschinen der Reihe SD40R.cite-ref-emd-1-19[1]cite-ref-percy-6-1[6] Teilweise wurde eine Locotrol-Funkfernsteuerung eingebaut.cite-ref-sarberenyi-5-6[5] Das ÜbersetzungsverhĂ€ltnis zwischen Fahrmotor und Radsatz betrĂ€gt wahlweise 1 : 4,13, 1 : 3,81 oder 1 : 3,53.cite-ref-emd-1-20[1] Daraus ergeben sich Höchstgeschwindigkeiten von 114 km/h, 124 km/h und 134 km/h. Bei einem ÜbersetzungsverhĂ€ltnis von 1 : 4,13 betrĂ€gt die Anfahrzugkraft 410 kN.cite-ref-americanrails-2-9[2]cite-ref-dieselshop-a-3-8[3] Weitere Optionen beinhalteten einen leistungsfĂ€higeren Luftpresser, einen grĂ¶ĂŸeren Schmierölvorrat, verschiedene zusĂ€tzliche Ausstattung des FĂŒhrerstandes sowie eine Personaltoilette im Vorbau der Lokomotive.cite-ref-emd-1-21[1]

Weblinks

Commons

: EMD SD40

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise

cite-note-emd-11. Specifications – General Motors – Model SD40 3000 hp Six-Motor Diesel-Electric Locomotive. La Grange 1965 (englisch, wildapricot.org [PDF; 1,2 MB; abgerufen am 16. Januar 2024]).
cite-note-americanrails-22. Adam Burns: EMD SD40 and SD40-2 Locomotives. In: american-rails.com. 21. Juni 2023, abgerufen am 3. Januar 2024 (englisch).
cite-note-dieselshop-a-33. Jean-Denis Bachand: EMD SD40 and SD40A. In: The Diesel Shop. 1. September 2006, abgerufen am 3. Januar 2024 (englisch).
cite-note-dieselshop-b-44. New dimensions in motive power from Electro-Motive. (PDF) In: The Diesel Shop. Abgerufen am 7. Januar 2024 (englisch).
cite-note-sarberenyi-55. ↑ Robert Sarberenyi: EMD’s SD40, SD40A, and SDP40 – Original Owners. In: trainweb.org. Abgerufen am 3. Januar 2024 (englisch).
cite-note-percy-66. ↑ Richard Percy: Southern Pacific SD40R. In: The Espee Archive. 6. Mai 2009, abgerufen am 5. Januar 2024 (englisch).
cite-note-77. ↑ Richard Percy: Southern Pacific SD40M-2. In: The Espee Archive. 22. Juli 2007, abgerufen am 5. Januar 2024 (englisch).